Vorab Gebühren für einen Kredit – ist das seriös?

Schnelle Kredite mit Auszahlung auch in ganz schwierigen Fällen – so oder so ähnlich werben viele Kreditvermittler in Kleinanzeigen und im Internet. Selbst Arbeitslose, so heißt es dann, sollen ganz schnell Kredit bekommen.

Viele Betroffene, die von anderen Anbietern schon einige Absagen erhalten haben, schöpfen plötzlich neue Hoffnung. Soll es also doch noch jemanden geben, der ihnen hilft? Voller Vorfreude senden sie ihre Anfrage ab und warten auf eine Rückmeldung. Die kommt in vielen Fällen erstaunlich schnell – ohne lange Wartezeiten, wie man sie von so mancher Bank gewöhnt ist.

Per Mail, Post oder Telefon geht die (angeblich) freudige Nachricht ein: Scheinbar muss die gewünschte Kreditsumme nur noch abgerufen werden. Der Kreditinteressent wähnt sich wenige Schritte vor dem großen Ziel – und tappt prompt in eine teure Gebührenfalle.

Denn die „Kreditunterlagen“ soll es es nur gegen Bares geben. Die unseriösen Vermittler verschicken entweder eine Rechnung vorab, oder sie bieten den Versand der Unterlagen per Nachnahme an. In beiden Fällen müssen Kreditsuchende oft dreistellige Summen auf den Tisch legen. In ihrer Verzweiflung tun das viele Menschen, weil sie sich endlich die Rettung aus ihrer finanziellen Misere erhoffen.

Doch die Vorab-Gebühren unseriöser Kreditvermittler bringen zumeist nicht den Wunschkredit, sondern nur Wut und Enttäuschung. Denn: Es handelt sich im Umschlag nicht um einen Kreditvertrag, der von der Bank bereits genehmigt wurde. Nein, im Kuvert stecken weitgehend wertlose Papiere (wie zum Beispiel ein neuer Antrag, eine überflüssige Finanzsanierung o.ä.). Das Geld jedenfalls ist weg, die finanzielle Situation des Betroffenen hat sich durch die Zahlung weiter verschlechtert.

Deshalb kann der dringende Rat an jeden Kreditsuchenden nur lauten: Finger weg von (angeblichen) Kreditangeboten mit Vorkosten. Die Abzocker scheinen oft gar kein Interesse an einer wirklichen Kreditvermittlung zu haben. Vielmehr haben sie es offensichtlich nur darauf abgesehen, ungerechtfertigte Gebühren von ihren „Opfern“ zu kassieren.